Donnerstag, 30. Juni 2011

Bolivien / Rurrenabaque 22.06.2011 - 27.06.2011

Liebe Familie & Freunde

Nach unserem Aufenthalt in Sucre haben wir entschieden ein Flugzeug zu nehmen um schnell nach La Paz zu gelangen, um von dort aus ins Amazonasbecken zu fliegen, sprich nach Rurrenabaque. Am Flughafen von Sucre wurde uns ganz klar und verständlich mitgeteilt, dass man erst 20 Minuten vor Abflug ans Gate gehen darf. Wie wir halt so sind, gingen wir 30 Minuten vor Abflug nochmals ins Flughafengebäude und siehe da, das ganze Gate war schon leer!!! Wir erntenten vom Flughafenpersonal böse Blicke und wurden zurechtgewiesen, dass das Flugzeug wegen uns zweien nicht zu spät abfliegen darf. Auf jedenfall war es für uns das schnellste Check-In das wir je erlebt haben und das Flugzeug hob 30 Minuten zu früh ab. Also, in Südamerika hat nicht immer alles Verspätung ;-)

In La Paz angekommen haben wir ein Taxi ins Stadtzentrum genommen um an unser Hotel zu gelangen. Der erste Eindruck von La Paz war nicht gerade überzeugend oder sagen wir es so; die Stadt ist hässlich dafür gibt es viel spannendes zu sehen. Am nächsten Tag ging es aber schon weiter Richtung Rurrenabaque, da wir den Nationalpark Madidi besuchen wollten. Doch bevor es nach Rurrenabaque ging, mussten wir noch unsere Tour/Lodge im Nationalpark definitiv buchen. Doch das war so eine Sache... Die Agentur hat uns nicht mitgeteilt, dass in La Paz an diesem Tag ein Feiertag ist und dass alles geschlossen war. Auch hier hat uns die bolivianische Genauigkeit überrascht und die Agentur hat für uns die Flugtickets schon vorbezahlt und hat uns die Unterlagen ins Hotel gebracht.

Am nächsten Tag ging unser Trip in den Dschungel los. Um 12.30 hob die 20-plätzige Propellermaschine in La Paz ab und brachte uns nach Rurrenabaque. Rurrenabaque liegt gerade noch auf 172 m.ü.M und so stiegen wir nach rund 40 Minuten Flug bei 30 Grad aus dem Flugzeug. Endlich konnten wir wieder einmal unsere kurzen Hosen und Flipflops montieren. Nach einer tropischen Nacht wurden wir um 07.20 Uhr im Hostal abgeholt. Wir spazierten Richtung Rio Beni, wo das Boot bereits auf uns wartete. Ausser uns nahmen noch 4 Amerikaner im Boot platz und so nahmen wir die 6 stündige Bootsfahrt in Richtung Chalalan-Lodge in Angriff. Nach der Bootsfahrt mussten wir noch ca. 25 Minuten zu Fuss in Richtung Lodge laufen...
Nach einer langen Anreise sind wir schliesslich Mitten im Madidi Nationalpark angekommen. Der Nationalpark ist ca. 19'000 km2 gross und erstreckt sich von den Anden bis zum tropischen Amazonasgebiet. Der Park ist vorallem für seine Vielfalt an Vögeln bekannt. Im Park gibt es über 1'000 verschiedene Vogelarten, was ca. 11%  aller Vogelarten der Welt entsprechen. Man kann aber auch auf Pumas, Jaguare, Wildschweine und Affen stossen. Wir haben uns unter anderem für die Chalalan-EcoLodge entschieden, da rund 50% des Preises an die Chalalan-Gemeinschaft geht. Dieses Indiovolk erhält von der Regierung keinerlei finanzielle Unterstütztung. Die Einnahmen der Chalalan-Lodge ermöglicht ihnen einen Schulbetrieb im Dorf aufrecht zu erhalten sowie den meisten Bewohnern ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Zusätzlich hat uns sehr gut gefallen, dass der Natur grossen Respekt entgegengebracht wird; nach dem Motto "anschauen aber nicht anfassen".

Unsere drei Tage in der Chalalan-Lodge waren wirklich fantastisch und wir verbrachten die Zeit mit etlichen Wanderungen durch den Dschungel sowie Kanufahrten auf dem See. Wir sahen eine Vielzahl an Tierarten und die Natur hat uns in ihren Bann gezogen. Die Tiere zu sehen und aufzuspüren ist gar nicht so einfach und man muss eine Menge Geduld mitbringen. Ohne unseren Guide hätten wir wohl kein einziges Tier gesehen ausser unsere Riesenspinne die uns am ersten Tag in unserem Zimmer erwartete. Selbst das Personal der Lodge hatte Respekt vor dieser Spinne, also sind wir uns ziemlich sicher, dass es nicht eine harmlose Sorte war. Ein tolles Erlebnis war die Nachtwanderung durch den Dschungel. Um diese Tageszeit fängt der Dschungel richtig an zu leben und die Geräuschkulisse lässt darauf schliessen, dass es nur so von Tieren wimmelt...

Die Angestellten der Lodge waren sehr zuvorkommend und unheimlich nett. Die Köchin wollte sogar unbedingt ein Schweizerrezept kennenlernen, da sie jede Woche das gleiche Menü kochen muss. Also stand Chris am letzten Tag um 06.00 Uhr auf um mit ihr ein Züri-Geschnezeltes mit Rösti zu kochen. Ok, man musste ein bisschen improvisieren da im Urwald nicht gerade die gleichen Zutaten vorhanden waren ;-). Die Rösti hat der Küchenmannschaft sehr gut geschmeckt, jedoch entsprach das Geschnezelte nicht gerade ihrem Gusto, da sie sich nicht gewohnt sind mit Rahm zu kochen und ihnen die Kombination ein bisschen komisch vorkommt. Schaut euch den Gesichtsausdruck der Köchin an... Nicht gerade überzeugend :-)

Nach der Kocheinlage ging es für uns wieder zurück nach Rurrenabaque. Über die ganze Region zog gerade eine Kaltfront und die 3.5 stündige Flussfahrt nach Rurrenabaque war ziemlich nass und kalt. Der Plan war eigentlich noch weitere drei Tage in Rurrenabaque zu bleiben und das tropische warme Klima zu geniessen. Leider spielte der Wettergott nicht mit und die Kaltfront dauerte an. Also, nichts mit Flipflops, Shorts und eiskaltem Bier... Die meisten Häuser haben in dieser Region keine Fenster und auch kein Warmwasser, dies traf auch auf unser Hostal zu und die morgentlichen Duschen waren nicht gerade eine Freude. Auch kamen unsere Schlafsäcke wieder einmal zum Einsatz.

Wir flogen einen Tag früher nach La Paz als geplant, da für die nächsten Tage in Rurrenabaque viel Regen angesagt war. Bei solchen klimatischen Bedingungen kann es sehr gut sein, dass der ganze Flugverkehr lahmgelegt wird und man bleibt für einige Tage im Städtchen sitzen. Das wollten wir nicht riskieren, da wir ja Besuch aus der Schweiz erwarten.

Nun sind wir in La Paz und warten auf unsere Reisebegleiter Marc und Tobi, die in wenigen Stunden ankommen werden.

Liebe Grüsse aus Bolivien, dem Land mit den kalten Duschen ;-)

Chris & Stephanie

Anflug La Paz

Ab nach Rurrenabaque mit der kleinen Maschine

Flughafen von Rurrenabaque


Die grünen Hügel von Rurrenabaque

Hostalgarten in Rurrenabaque

Das gemütliche Städtchen Rurrenabaque



Am Fusse dieser Hügel liegt Rurrenabaque

Auf der Flussfahrt Richtung Chalalan



Kinder probieren Fische zu fangen

Flussfahrt nach Chalalan



Der Fluss hat zu wenig Wasser. Hier muss angepackt werden


Zimmer in der Lodge mit dem überlebswichtigen Moskitonetz

Unsere Cabaña

Wunderschöner Vogel am Seeufer


Kanufahrt auf dem See


Stephanie ist ready für den Nachtwalk



Rigoberto unser Guide

Die wilden Bienen des Amazonas

Termitenlandschaft

Kaum zu sehen, die Affen auf den Baumwipfeln

In the middle of the Jungle

Hier noch ganz fleissig am Tagebuch schreiben

Minuten später...

Aussichtspunkt über den Madidi Nationalpark






Kritischer Blick...

Nicht ganz überzeugt vom Gericht!


Rurrenabaque bei Regen

Hält sich knapp noch über Wasser


Überquerung des Flusses Beni

Die Flugmannschaft macht sich bereit für den Abflug

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