Montag, 11. Juli 2011

Bolivien / Copacabana 04.07.2011 - 11.07.2011

Liebe Familie & Freunde

Da wir genug vom nassen Klima hatten, fuhren wir nach Copacabana an den Titicacasee in Bolivien. Unser Reiseführer und das Internet versprachen dort ausser Dezember und Januar meistens sonniges Wetter. Und dieses mal war der Wettergott auf unserer Seite. Auch die Temperaturen am Ufer des Titicacasees auf ca. 3'800 m.ü.M. waren um einiges angenehmer als erwartet. Wenn nicht gerade ein kühler Wind bläst, lässt es sich gut im T-Shirt an der Sonne aushalten...und das obwohl hier im Moment Winter ist.

Der Ort Copacabana selbst ist, wie soviele Doerfer oder Kleinstädte in Bolivien, keine Schönheit. Die direkte Lage am See und die Nähe zur Isla del Sol ziehen viele Touristen an und auf dies ist das ganze Dorf ausgerichtet. An der Seepromenade reiht sich ein Restaurant an das andere und auf dem See wimmelt es nur so von schrecklichen Plastik-Schwan-Pedalos. Wir haben seit Beginn unserer Reise noch nie so viele Touristen an einem Ort gesehen. Jetzt mag sich der eine oder andere Fragen warum wir so lange an diesem Ort blieben. Erstens konnten sich Marc & Tobi so ein bisschen an die Höhe anklimatisieren und ausruhen und zweitens erwarten wir noch 2 weitere Besucher aus der Schweiz; David & Sandra. Die ersten 5 Nächte verbrachten wir also zu viert im Hostal La Cupola, bevor es dann Marc & Tobi weiter nach Cuzco, Peru zog. Wir verbrachten 3 weitere Nächte im Hostal La Andea del Inca um auf David & Sandra zu warten. Da beide Hostals sehr gemütlich waren und einen grossen Garten hatten, konnten wir dem Trubel des Dorfes gut ausweichen und genossen das Nichtstun.
Nebst den Touristen besuchen aber auch viele Bolivianer und Peruaner Copacabana, da der Ort als einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte Boliviens gilt. Vorallem am Wochenende strömen sie zur Basilika um ihre Autos segnen zu lassen. Viele Bolivianer lassen ihr Auto von einem Mönch und Schamanen segnen und verzichten anschliessend auf eine Autoversicherung... Andere Länder andere Sitten :-) Diese Zeremonie konnten wir während eines Spazierganges durch das Dorf vor der Basilika live mitverfolgen.
Ein weiterer Spaziergang führte uns zum Sonnenuntergang auf den Cerro Calvario, dem fast 4'000 Meter hohen Hausberg von Copacabana. Auf dem Weg wurden wir von einer kleinen, schwarzen, etwas älteren und dazu noch trächtigen Hündin begleited. Der Aufstieg war auf dieser Höhe ziemlich anstrengend und dauerte ca. 30 Minuten. Oben angekommen hatten wir einen wunderschönen Ausblick auf das Dorf und den Titicacasee. Die schöne Abendstimmung nutzten nicht nur Touristen sondern auch eine bekannte bolivianische Folklore-Gruppe. Diese drehte gerade ihr Video zu einem Song. Das ganze war ziemlich improvisiert und sehr amüsant anzuschauen. Für unsere Hündin war das ganze wohl ein bisschen zu viel und sie musste sich vor unseren Augen übergeben. Zusätlich setzten wohl vor lauter Anstregung auch noch die Wehen ein und sie verschwand und suchte sich ein ruhiges Plätzchen... und wenn sie nicht gestorben ist, dann lebt sie noch heute ;-)
Nebst dem Hausberg besuchten wir auch noch die Isla del Sol, die als Geburtsstädte der Inkas gilt. Der Sonnengott Inti soll hier seine Kinder, den ersten Inka Manco Cápac und seine Frau Mama Ocllo, auf einem Felsen der Isla del Sol zur Erde gelassen haben. Wir kauften für 20 Bolivianos Tickets zur Insel. Die Bootsfahrt dauerte ca. 2.5 Stunden und brachte uns in den Norden der Insel. Von dort aus entschlossen wir uns zu Fuss in den Süden der Insel zu gehen. Man hätte auch das Boot nehmen können, doch wir dachten ein bisschen Bewegung schadet nicht. Die ca. 3 stündige Wanderung führte uns an verschiedenen kleinen Dörfer der Insel vorbei und man hatte immer einen Ausblick auf den See und die Anden. Im Süden angekommen genossen wir auf einer kleinen Sonnenterasse eine Forelle und ein kühles Bier, bevor es wieder zurück nach Copacabana ging. Die Gegend ist übrigens auch für seine frischen Forellen bekannt. Diese werden überall frisch zubereitet und kosten gerade mal CHF 2.50 inkl. Beilage und schmecken hervorragend!

Als wir an einem Abend ins Restaurant Pueblo Viejo essen gingen, kamen wir ins Gespräch mit einem argentinischen Sänger, einem Steuerbeamten von hier, einem Ladenbesitzer sowie dem Inhaber des Restaurants. Als sich das Lokal langsam leerte, gesellten sich drei von ihnen zu uns und da fing das Verhängnis an... Es wurde viel auf spanisch diskutiert und dazu Té con Té getrunken. Té con Té ist ein nationales Getränk, dass aus Mate-Tee, Singani (Traubenschnapps), Nelken, Zimt und viel Zucker besteht. Als immer mehr Té con Té bestellt wurde befürchteten wir schon, dass wir auf den ganzen Kosten sitzten bleiben würden. Aber siehe da, es war wieder einmal ein falsches Vorurteil und die Einheimischen waren sehr grosszügig und luden uns zu diesen Runden ein. Sie hatten einfach sehr Freude, dass Touristen einen ganzen Abend mit ihnen verbringen und keine Berührungsängste hatten. Wir haben den Abend auf jedenfall sehr genossen...



Also, wir geniessen jetzt noch den letzten Tag in Copacabana und danach geht es für uns weiter nach Cusco/Peru.


Liebe Grüsse


Stephanie & Chris
Ja, alle müssen Schwimmwesten tragen... Überfahrt auf dem Titicacasee

Titicacasee und die Anden

Tobi hats geschafft die etwas kleine Weste anzuziehen


Nach der langen Fahrt im Jeep, Apéro am Titicacasee

Copacabana

Am Markt von Copacabana

Die Basilika von Copacabana


Am Markt wird viel gegessen... wir verzichten

Aussicht vom Hausberg auf die Basilika




Die anscheinend so berühmte Band... beim Videodreh


Überfahrt auf die Isla del Sol

Isla del Sol


Isla del Sol

Der Wegzoll wird bei den Kindern mit Schokolade bezahlt ;-)

Dörfchen auf der Isla del Sol


Auf dem Dorfplatz...

Tolle Aussicht auf den See und die Anden


Nach der drei stündigen Wanderung, kleine Pause in einer Gastwirtschaft



Der witzige Abend im Pueblo Viejo

Natürlich hat Bolivien die beste Fussballmannschaft;-)






Lachsforelle a la Plancha, was will man mehr....

Hostalgarten mit Seeblick

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