Sonntag, 10. Juli 2011

Bolivien / Sorata 02.07.2011 - 03.07.2011

Liebe Familie & Freunde

Nach unserem kurzen Aufenthalt in La Paz ging es am Samstag Morgen per Taxi Richtung Busbahnhof, um dort ein Minibus nach Sorata zu nehmen. Bevor es aber losging, assen wir noch den letzten Butterzopf im Hotel, welcher vom Personal in einem Gasbackofen aufgebacken wurde. Natürlich waren wir nicht egoistisch und gaben ein grosses Stück dem Personal zum probieren. Gemäss ihrem Strahlen schmeckte ihnen der Butterzopf. Für die 4 Stündige Fahrt nach Sorata bezahlten wir 17 Bolivianos pro Person (SFr. 2.00). Die Rucksäcke wurden auf das Dach geschnallt und der Minibus war bis auf den letzten Platz ausgebucht (rund 12 Personen). Obwohl der Bus voll war, wurde an einer Kreuzung angehalten und Vater & Sohn fanden noch Platz im Minibus. Der Bube nahm zwischen den Beinen von Marc platz und der Vater quetschte sich noch in die letzte Reihe. Der Knabe ass während rund einer Stunde irgendeinen Brei aus einem kleinen Sack und verschmierte sich damit das Gesicht und die Kleider. Nach seiner Mahlzeit schlief der Knabe friedlich ein. Marc war auch froh, dass der Griesbreisack zu Ende gegessen wurde, da dieser ziemlich streng roch. Kurz vor Sorata wurde die Fahrt noch ein bisschen abenteuerlich, da die geteerte Strasse nicht mehr befahrbar war und der Minibusfahrer eine kleine ungeteerte Strasse in Angriff nahm. Links und Rechts ging es steil die Böschung hinunter und man wollte sich lieber nicht vorstellen was passieren würde wenn der Fahrer eine Kurve verpasst oder ein Reifen platzt. Die Kulisse und die Aussicht in das Tal von Sorata war sehr beeindruckend und die Ängste waren schnell vergessen. In Sorata angekommen tranken wir auf dem Hauptplatz ein kleines Bierchen bevor wir uns auf die Hostalsuche begaben. Da die Hostals ein wenig ausserhalb lagen, nahmen wir ein Taxi zum Abklappern. Der Fahrer fuhr eine steile Strasse hinunter um uns ein Hostal zu zeigen. Wir wollten jedoch noch ein zweites ansehen und somit musste die steile Strasse wieder hochgefahren werden, d.h. wir mussten laufen und der Fahrer quälte seinen alten Toyota die Strasse hinauf. Damit er es überhaubt schaffte, war ein ziemlich grosser Anlauf und eine hohe Geschwindigkeit nötig. Mit lautem Gehupe machte er auf sich aufmerksam und die Schulkinder sprangen auf die Seite. Es war eine ziemlich witzige Situation. Schliesslich fanden wir im Hostal Las Piedras ein Plätzchen zum Schlafen. Auf dem Fussballplatz gleich neben dem Hostal wurden traditionelle Tänze aufgeführt, die für uns unverständlich waren und ziemlich lustig und schräg aussahen. Als das Wetter umschlug entschieden wir ins Dorf zu laufen, um eine Pizza zu essen. Nach dem Nachtessen machten wir uns auf den Heimweg aber als wir an einer Bar vorbeikamen beschlossen wir noch einen kleinen Abstecher in die Bar zu machen. Stephanie war die einzige Frau im ganzen Lokal (ausser der Bedienung) und wir waren die einzigen Touristen. Die Männer (hauptsächlich Mineure/Goldschürfer) fanden sehr schnell gefallen an uns und waren sehr neugierig und freundlich. Wie es sich für richtige Mineure gehört, wurden unheimliche Mengen an Bier getrunken und auf den Boden gespuckt. Bevor jedoch die Stimmung kippte, haben wir beschlossen das Lokal zu verlassen und den eindrucksreichen Tag im Schlaf zu verarbeiten. Da es die ganze Nacht hindurch geregnet hatte, verwandelte sich Sorata in eine Schlammlandschaft und es war nicht mehr so gemütlich. Totzt des schlechten Wetters entschieden wir einen 24 Kilometer Marsch (12 Kilometer hin und wieder zurück), in die bekannte Höhle (Gruta de San Pedro) der Region, in Angriff zu nehmen. Trockenen Fusses konnten wir den Hinweg absolvieren und die Landschaft war einfach beeindruckend und einmalig. Auf dem Hinweg wurden wir von einer rund 8 köpfigen Familie aufgehalten die unbedingt Fotos von uns machen wollte. Natürlich machten wir ihnen diese Freude und sie waren sehr dankbar. Nach dem Besuch der Höhle, welche wegen des grossen Höhlensees sehr beeindruckend war, nahmen wir den Rückweg in den Angriff. Leider spielte der Wettergott nicht mit und wir mussten rund drei Stunden im Regen und Matsch zurücklaufen. Die Stimmung drohte zu kippen als ein Jeepfahrer uns mitnehmen wollte aber Tobi dankend abwinkte. Das Gesicht von Stephanie war nicht mehr mit einem Lächeln geziert... Durchnässt und müde kamen wir nach rund drei Stunden am Café Illampu vorbei. Dort assen wir ein tolles Thunfisch-Sandwich und tranken einen heissen Kokatee. Die verpasste Mitfahrgelegenheit war dann sehr schnell vergessen ;-) Nach unserer langen Wanderung gingen wir abends ins Dorf etwas essen und anschliessend früh schlafen. Wir entschieden Sorata am nächsten Tag zu verlassen, da das Wetter keine Besserung für die nächsten Tage versprach.

Nachdem wir gemütlich ausgeschlafen haben, gingen wir ins Dorfzentrum um einen Minibus Richtung Copacabana/Titicacasee zu nehmen. Die Ernüchterung kam sehr schnell, da uns mitgeteilt wurde, dass aufgrund der schlechten Strassen keine Minibusse nach Copacabana fahren. Wir liessen uns nicht unterkriegen und Chris organisierte für 500 Bolivianos (60 Franken) einen Fahrer mit einem Jeep der uns innerhalb von 4.5 Stunden nach Copacaban bringen sollte. Um 11.00 Uhr hätte der Fahrer eigentlich auftauchen sollen, um uns am Hauptplatz abzuholen... Um 12.00 Uhr war er dann da :-) Nach rund 500 Meter machte der Faher an einer Tankstelle halt um sein Jeep aufzutanken. Als wir losfahren wollten, sprang der Motor nicht mehr an. Wir befürchteten, dass wir nochmals eine Nacht länger in Sorata bleiben müssen, doch nach einer Weile knurrte der alte Motor wieder und die Fahrt nach Copacabana konnte in Angriff genommen werden. Die Fahrt bescherte uns wieder eindrückliche Landschaften und nachdem wir mit einer Fähre den Titicacasee überquerten, kamen wir nach rund 4.5 Stunden heil in Copacabana an. Etwas haben wir noch vergessen: Kurz vor einem Polizeiposten sprang unser Fahrer aus dem Auto und übergab das Steuer seinem Beifahrer. Der Beifahrer fuhr schrecklich jedoch hatte dieser im Gegesatz zu seinem Kollegen einen Führerausweis. Dies erfuhren wir erst als wir den Polizeiposten bereits passiert hatten. Das ist halt Bolivien...

Liebe Grüsse
Chris & Stephanie

Der Minibus der uns nach Sorata brachte

Nicht gerade viel Platz für Marc

Auf dem Weg nach Sorata

Schöne Andenlandschaft auf dem Weg nach Sorata

Das Soratatal

Die etwas enge Strasse nach Sorata

Hier wird beim Entlanden noch mitangepackt

Das Dorffest in Sorata

Die Zuschauer des Festes


Die Mineure und wir

Landschaft auf der Wanderung Richtung Höhle

Nicht viel Platz zum kreuzen




Das verdiente Sandwich nach 24 Kilometer

Das Lama läuft direkt durch das Café Illampu

Matsch in Sorata

Zum Glück haben wir gute Schuhe

Unser Taxifahrer schafft es doch noch...








Zähneputzen im Innenhof des Hostal Las Piedras

Im Jeep auf dem Weg nach Copacabana

Der alte Toyota bringt uns sicher an unser Ziel

Illampu rund 6700 Meter hoch

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