Liebe Familie & Freunde
Nach unserem längeren Aufenthalt in Copacabana nahmen wir einen Bus in Richtung Peru/Cusco um Tobi, Marc, David und Sandra zu treffen. Der Zollübergang velief ohne Probleme und wir konnten auf der peruanischen Seite in einen bequemen Cama-Bus umsteigen. Während der Fahrt stiegen immer wieder Leute zu und aus. Auch für Verpflegung war gesorgt. So stieg eine Frau ein, welche Brot und Poulet an uns Passagiere verkaufte. Ein Herr in unserem Abteil kaufte ihr ein Sack Poulet ab. Das war ja alles noch nicht sehr aussergewöhnlich, aber als er sein Poulet verspiesen hatte warf er den Abfall einfach aus dem Fenster und putzte sein Mund und seine Hände an den Vorhängen des Buses ab... Andere Länder andere Sitten ;-).
Nach fast 10 Stunden Fahrt, kamen wir etwas erschöpft in Cusco an. Dort warteten bereits Tobi, Marc, David und Sandra im Hostal auf uns. Wir entschieden uns in der Stadt etwas essen zu gehen. Die Wahl viel ausnahmsweise mal auf das falsche Restaurant. Wir bestellten sechs Hauptgänge wovon vier aus Lammfleisch bestanden. Zwei davon haben so stark „geböckelt“, dass wir die Teller zurückgeben mussten. Zwei andere Hauptgänge kamen erst 45 Minuten später und so mussten wir also gestaffelt essen. Nach einigen Interventionen und Reklamationen mussten wir zwei Teller nicht bezahlen und bekamen noch einen Rabatt auf den Rest. Hunger hatten wir aber trotzdem noch und da es schon ein wenig spät war entschieden wir uns noch einen Hamburger im McDonalds zu essen ;-).
Am nächsten Tag machten wir uns zu sechst auf Entdeckungstour in Cusco. Cusco liegt auf ca. 3'400 m Höhe und entwickelte sich durch die Entdeckung der Inka-Stadt Machu Picchu im Jahre 1911 zum grössten Touristenzentrum in Peru. Während wir so durch die Gassen schlenderten, fanden wir eine super Bäckerei, wo wir ein feines Frühstück mit super Brot und Gipfeli genossen. Anschliessend besuchten wir die Markthalle sowie den Gemüse- und Fleischmarkt auf der Strasse. Wir sind immer wieder fasziniert von den Märkten und entdecken auch immer wieder neue Sachen. Der Geruch des ungekühlten Fleisches ist aber teilweise kaum auszuhalten und nichts für unsere verwöhnten Mägen. Während dem Stadtrundgang brachten wir in Erfahrung, dass Sandra ursprünglich Coiffeuse gelernt hat. Chris und David packten die Gelegenheit und besorgten sich auf dem Markt eine Schere und Kamm und beschlossen sich von Sandra die Haare schneiden zu lassen. Zurück im Hostal richteten wir den „Salon“ auf der Terrasse ein und die Herren bekamen einen Haarschnitt mit Ausblick auf die Kathedrale von Cusco. Das Endergebnis war übrigens super!!!
Am Tag darauf machten wir uns auf den Weg nach Aguas Calientes um von dort aus den Machu Picchu zu besuchen. Wir nahmen einen Bus von Cusco nach Urubamba, wo wir auf einen Minibus nach Ollantaytambo umsteigen mussten. Dort ging es per Bahn nach Aguas Calientes. Aguas Calientes dient als „Basislager“ für die meisten Besucher des Machu Picchu und ist demnach sehr touristisch und ganz schrecklich. Wir hatten also nicht vor lange dort zu bleiben. Gleich nach unserer Ankunft versuchten wir Tickets für Machu Picchu zu besorgen. Leichter gesagt als getan, denn der Ticketverkauf wurde erst kürzlich neu organisiert. So kann man nun ein Kombiticket für Machu Picchu und Huyana Picchu kaufen. Dies wollten wir auch tun und gingen ins offizielle Ticketbüro in Aguas Calientes. Dort gab es aber die Kombitickets nicht zu kaufen und man informierte uns, dass dies nur per Internet möglich sei. Also wechselten wir den Ort des Geschehens und gingen ins nahegelegendste Internetcafé, um auf die offizielle Webseite zu gelangen. Auf dieser mussten wir zuerst eine Reservierung tätigen, wobei allen Namen und Passnummern angegeben werden mussten. Dann konnte man zur Zahlung fortschreiten, welche wir mit der Reservierungsnummer auf der Bank tätigen konnten. Dann gings wieder zurück ins Internetcafé um die Tickets auszudrucken... Ganz schön kompliziert, aber letztlich hat alles geklappt und wir waren überglücklich ;-)
So machten wir uns am nächsten Tag bereits um 05.45 Uhr auf den Weg zum Machu Picchu. Da wir ja alle sechs fit sind, nahmen wir nicht den Bus, sondern entschieden uns die "paar" Stufen zu Fuss zu gehen. Der Aufstieg dauerte ca. 1 1/4 Stunden und war ziemlich angstrengend. Oben angekommen erwartete uns eine riesen Warteschlange vor der Ticketkontrolle. Glücklicherweise ging dann doch alles sehr schnell und wir mussten nur ca. 15 Minuten warten. Anschliessend ging das Staunen und Knipsen in den Ruinen der Inkastadt los. Hier lassen wir doch am besten wieder einmal die Bilder sprechen...
Um 10.30 Uhr nahmen wir noch den letzten Aufstieg zum Huayana Picchu in den Angriff. Auch hier ging es steil bergauf und alles per Treppen. Der Weg führte uns teilweise durch sehr enge Passagen, welche nur geduckt oder auf allen Vieren passiert werden konnten. Der Ausblick auf Machu Picchu und die umliegende Landschaft entschädigte uns jedoch für alle Strapazen. Und so genossen wir diesen in vollen Zügen.
Der Abstieg nach Aguas Calientes dauerte dann ungefähr 2 Stunden und wir spührten alle unsere schweren Beine. Am Abend belohnten wir uns mit einem super Nachtessen und verbrachten einen lustigen Abend zusammen.
Am Tag darauf gings wieder zurück nach Cusco, wo wir noch eine Nacht verbrachten, bevor es uns weiter nach Arequipa zog. Obwohl wir eigentlich alle noch ein wenig geschafft waren, gingen wir so richtig in den Ausgang. Es war ein gelungener Abschluss für eine tolle Zeit in Cusco und auf dem Machu Picchu!
Im Moment sind wir in Arequipa und gehen am Mittwoch in den Colca Canon und werden dort drei Tage zu Fuss unterwegs sein. Mehr dazu das nächste Mal.
Ganz liebe Grüsse
Stephanie & Chris
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