Freitag, 23. September 2011

Ecuador / Baños 14.09.2011 - 17.09.2011

Liebe Familie und Freunde

Nach unserem Aufenthalt in Cuenca zog es uns wieder ein bisschen in die Natur. Wir nahmen vom Hostal ein Taxi, das uns zum Busbahnhof von Cuenca brachte. Kaum betraten wir diesen, wurden wir einmal mehr umzingelt und alle wollten, dass wir mit ihrer Busgesellschaft fahren. Schliesslich fanden wir die richtige Gesellschaft, welche uns nach Ambato fahren konnte. Der ganze Boden des Buses war mit Motorenöl verschmiert und es roch auch dementsprechend. Zum Glück liessen sich die Fenster öffnen, sonst wären wir wohl nach 7 Stunden Fahrt ziemlich benebelt gewesen ;-). Auch haben wir die erste Unterhaltung über Religion auf spanisch gemeister, was gar nicht so einfach war. Auch hat unser lieber Mitfahrer immer darauf hingedeutet, dass man doch unbedingt die Bibel lesen sollte. Mit der Zeit wurde die Unterhaltung ein bisschen anstrengen und wir waren gar nicht unglücklich, dass er bald ausstieg.

Einmal mehr führte uns die Fahrt durch wunderschöne Landschaften und wie so üblich in Ecuador kamen während der Fahrt auch immer wieder aller Art von Verkäufer in den Bus. In Ambato mussten wir dann umsteigen und die Panamericana (vor und hinter uns rasten die Autos und Lastwagen vorbei!!!) überqueren, um einen Bus nach Baños zu erwischen. Dieses Unterfangen war gar nicht so einfach, doch zum Glück hatten wir Hilfe von einer ca. 80-jährigen Frau, die uns sicher durch den Verkehr lotste. Nach einer weiteren Stunde Fahrt kamen wir schliesslich in Baños an. Gleich am Busbahnhof nahmen wir ein Taxi zu unserem Hostal, welches sich ein wenig ausserhalb des Städtchen befand. Der Chauffeur verlangte USD 2 für die Fahrt und fuhr uns nicht zum Hostal, sondern liess uns einfach an der Hauptstrasse aussteigen, so dass wir die letzten Meter noch zu Fuss zurücklegen mussten. Vom Hostal erfuhren wir dann, dass uns die Fahrt eigentlich nur USD 1.50 kosten sollte und normalerweise direkt zum Hostal führt...naja, da wurden wir wohl über’s Ohr gehauen...einmal mehr ;-). 

Baños hat ca. 15‘000 Einwohner und ist umgeben von saftig grünen Hügeln und liegt auf 1‘800 m.ü.M. Viele Touristen wie auch Ecuadorianer kommen nach Baños wegen den Thermalbädern, den vielen Wasserfällen, Trekkingmöglichkeiten und Outdoor-Aktivitäten. Uns erinnerte die Landschaft sehr an die Schweiz und daher freuten wir uns unglaublich darauf die nächsten paar Tage in dieser Umgebung zu verbringen.
Gleich am ersten Tag unternahmen wir eine kleine 4-stündige Wanderung. Vom Hostal aus zeigte uns der Besitzer den Weg, der ziemlich steil bergauf führte. Wir merkten, dass wir doch schon einige Zeit nicht mehr wandern waren und unsere Fitness nicht mehr allzu gut war. Auf halbem Weg trafen wir auf einen ca. 70-jährigen Mann der in steilstem Gelände seine Felder bestellte...und wir keuchten mit unseren zarten 28 Jahren ;-). Wir kamen kurz ins Gespräch und er gab uns eine Art Orange mit auf den Weg, die wie sich später herausstellte, nicht geniessbar war. Nach einem kurzen Flachen Stück ging der Weg weiter bergauf zum Dorf Runtún. Da die Wanderwege hier kaum beschildert sind, mussten wir uns im Dorf umfragen wo’s wieder zurück nach Baños ging. In der Stadt genossen wir noch einen kleinen Snack bevor wir den Nachmittag auf dem Hostal-Balkon ausklingen liessen.

Am nächsten Tag machten wir uns nach dem reichhaltigen Frühstück auf den Weg in die Stadt. Wir wollten uns Mountainbikes mieten und die Routa de las cascadas (Wasserfall-Route) entlang fahren. Wie wir der Karte entnehmen konnten, fährt man den grössten Teil auf der Hauptstrasse. Genau dieser Umstand machte uns ein wenig Sorgen, da es doch ziemlich viel Verkehr auf der Strasse hatte und auch viele Lastwagen und Busse (in hohem Tempo) unterwegs waren. Wir liessen uns dennoch davor nicht abschrecken und besorgten uns für USD 5/Tag Bikes uns super dämlich aussehende Velohelme (alle anderen hatten so schnittig sportliche Velohelme). Der erste Teil der Strecke war nicht sehr spektakulär und wir mussten sogar ohne Licht durch ein dunkles enges Tunnel fahren, wo uns sogar Auto überholten (ziemlich waghalsige Sache!!!). Dann kam zum Glück der schönere Teil und wir konnten die Strasse immer wieder verlassen und der Schlucht entlang fahren. Auf dem Weg hatte es unzählige Wasserfälle und auch immer wieder so eine Art „Seilbahn“, mit denen man die Schlucht überqueren konnte. Diese machten jedoch keinen vertrauenswürdigen Eindruck auf uns und so verzichteten wir auf eine Fahrt. Kurz vor dem Ziel begann es noch zu regnen und wir mussten Schutz unter einem Vordach suchen. In einem kleinen Dorf gleich oberhalb des grössten Wasserfalls, dem Pailón del Diablo, genossen wir eine Trucha (Forelle) vom Grill. Dann gings zu Fuss noch zum Wasserfall und ein kleiner Weg führte sogar hinter den Wasserfall. Das war ziemlich eindrücklich die Kraft des Wasserfalls von so nahmen zu spühren. Allerdings wurden wir dabei ziemlich nass. Den Weg zurück nach Baños konnten wir mit einem kleinen Laster zurücklegen. Natürlich fuhr dieser nicht mit nur 2 Personen zurück und so mussten wir ca. 2 Stunden warten bis genügend Fahrgäste beisammen waren. Zurück in Baños probierten wir an einem Stand noch Cañasaft (Zuckerrohrsaft)...schmeckt ziemlich süss das Zeug und die jungen Verkäferinnen amüsierten sich köstlich ab uns. Kein Ahnung warum!

Den letzten Tag in Baños verbrachten wir auf dem Hostal-Balkon. Eigentlich wollten wir die Zeit noch nutzen um zu skypen, doch da es beinahe den ganzen Tag keinen Strom hatte, waren wir gezwungen einfach nichts zu machen, was durchaus auch sehr schön war :-).

Mittlerweilen sind wir bereits in Quito und waren auch schon ein paar Tage im Cotopaxi Nationalpark. Hierzu erfahrt ihr mehr im nächsten Blog.

Liebe Grüsse

Stephanie und Chris

Schöne Landschaften auf dem Weg nach Baños

Schönes Tal in Richtung Baños

Schweiz?

Unser gemütliches Zimmer im Casa Verde in Baños

Die Wanderung führt uns durch saftiges Grün

Aussicht auf das Tal von Baños

Chirs und der sehr sympathische Bauer

Wanderweg führt durch dichtes Grün

Zuoberst auf dem Hügel trifft man auf Therme

Baños von oben

Baños

Auch hier gibt es gute Plättli nach dem Wandern ;-)

Stephanie geniesst den Nachmittag auf dem Hostalbalkon

Aussicht vom Hostalbalkon aus

Gemütliches Casa Verde

Der erste Wasserfall auf unserer Bike-Tour


Ok, die Helme waren wirklich kein Hingucker !!!

Das Tal ist wirklich ein Traum

Wir suchen einen Unterschlupf um uns vor dem Regen zu schützen

Das wohlverdiente Bier nach 22Km. Ok, es ging alles bergab...

Hier werden unsere Forellen zubereitet

Stephanie geniesst die frische Forelle



Ja, hier wurde man ziemlich nass

Die Kathedrale von Baños


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