Liebe Familie und Freunde
Um 09.00 Uhr trafen wir am Busbahnhof von Baños ein und einmal mehr wurden wir wieder von etlichen Busgesellschaften umlagert, die uns ihre Dienste anboten. Wir pickten uns eine raus und die drei stündige Busfahrt kostete für beide 6 USD. Wir baten den Buschauffeur uns an der Kreuzung zu Machachi, bei der Statue mit Ross und Reiter, rauszulassen. Irgendwie gab es dann ein bisschen eine Konfusion, die wir nach einer kurzen Unterhaltung klären konnten :-). Man diskutiert halt einfach gerne und dann muss natürlich auch noch ein Mitfahrer seine Meinung preisgeben, dies führt dann zu weiteren Diskusionen und Verwirrungen :-) Doch dies macht Südamerika aus und wir nehmen dies sehr gelassen und geniessen jeweils die kleinen Unterhaltungen. Am verlangten Punkt liess uns der Buschauffeur raus, doch nun wie weiter? Wir hatten es versäumt der Lodge anzugeben, wann wir ankommen, damit sie uns einen Transport organisieren konnten. Doch langsam sind wir reisegeübt und wissen, dass man zu jedem Örtchen gelangt, man muss nur ein bisschen rumfragen. Also haben wir einen Herren mit einem Pick-up angesprochen und dieser fuhr uns für 20 USD zur Lodge. So fuhren wir ca. 45 Minuten über Stock und Stein zur Lodge Secret Garden. Diese befindet sich auf 3‘500 m.ü.M. und bietet einen atemberaubenden Blick auf den höchst gelegenen noch aktiven Vulkan Cotopaxi. Am Nachmittag bezogen wir unsere kleine Cabaña und genossen den Rest des Tages mit lesen, da das Wetter nicht wirklich mitspielte. Am Abend genossen wir ein gutes Nachtessen am grossen Gemeinschaftstisch und hatten einige nette Unterhaltungen mit Leuten aus aller Welt.
Nach einem reichaltigen Frühstück schnappten wir uns zwei Bikes und gingen auf Erkundungsreise. Mit dem starken Gegenwind und der Höhe wurde unsere kleine Ausfahrt zu einem ziemlich strengen Unterfangen. Auch liess die Holperpiste unsere Hintern ziemlich schmerzen :-(. Autsch. Da wir wieder einmal eine Karte mit auf den Weg bekommen haben, die mehr verwirrend war als etwas anderes, mussten wir eine Bäurerin fragen wo lang es geht um auf den richtigen Weg zu gelangen. Irgendwie hatte es der Wettergott nicht so gut mit uns gemeint und auch am Nachmittag war der Cotopaxi von den Wolken verdeckt. Am Abend lichteten sich jedoch die Wolken und der Vulkan zeigte sich in seiner vollen Pracht. Wäre die Aussicht auf den Vulkan ein Bild, so würden wir dieses als viel zu kitschig erachten. Sie ist einfach bombastisch und man kann seinen Blick kaum mehr vom Vulkan abwenden.
Am dritten Tag ging es auf den Cotopaxi hoch. Warm eingepackt fuhren wir mit einem 4x4 an den Fuss des Cotopaxi um dann von dort aus ins Refugio auf 4‘810 m.ü.M. zu laufen. Es war ein strahlender Tag und die Sonne schien uns den ganzen Tag ins Gesicht. Einfach super. Im Refugio gab es eine heisse Schokolade und Bananen-Cake bevor wir an den Gletscher liefen, der sich auf über 5‘000 m.ü.M befindet. Auf dem Weg zum Refugio trafen wir auf zwei Holländer die versucht haben auf den Gipfel zu gelangen, nur einer hat es geschafft und der andere blieb auf 5‘500 m.ü.M. stecken. Anscheinend schaffen es 6 von 10 Personen nicht auf den Gipfel. Ein Bergführer hat Chris erzählt, dass sich die meisten Leute nicht genug lange genug an die Höhe anklimatisieren und untrainiert dieses Vorhaben anpacken. Obwohl wir in den letzten Monaten genug Zeit hatten uns an die Höhe zu gewöhnen, zog es uns nicht auf den Vulkan und wir sparen unser Geld lieber für gewisse Vorhaben in Kolumbien. Vom Cotopaxi-Parkplatz aus ging es dann per Bike rund 1‘100 Höhenmeter (bergab) zurück an den Parkeingang. Die Fahrt machte einen riesen Spass und trotzdem dass alles bergab ging, war sie ziemlich anstrengend, da wir während der einstündigen Fahrt regelrecht durchgeschüttelt wurden. Die Oberschenkel und Arme brannten zum Schluss wie Feuer. Am Parkeingang angekommen, packten wir die Bikes wieder aufs Autodach und es ging zurück zur Lodge. Dort gab es das wohlverdiente Mittagessen... zum Glück diesmal keine Suppe... Am Nachmittag genossen wir die Aussicht und widmeten uns unseren Büchern zu.
Den vierten und letzten Tag verbrachten wir mit süssem Nichtstun. Mehr haben wir nicht gemacht.
Die nächste Station ist Quito und zugleich auch unsere letzte in Ecuador. Danach reisen wir nach Kolumbien. Wir sind sehr gespannt auf dieses Land, da wir bis jetzt wirklich nur Gutes gehört haben.
Bis bald aus Quito.
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